Die Faszien sind in aller Munde und Faszientraining verspricht von Schmerzfreiheit bis zu Steigerung der Flexibilität viel. Um zu verstehen, warum sich Yoga Üben positiv auf Deine Fasziengesundheit auswirkt, und warum Faszien so wichtig für die Gesundheit sind, bekommst Du zunächst ein Einführung zum besseren Verständnis der Faszien.

Was genau sind Faszien?

Die weißen Bindegewebshüllen, mit Namen Faszien, umhüllen unseren gesamten Organismus und geben ihm eine Struktur. 

Stell Dir vor Du schälst eine Orange. Zunächst hältst Du die einzelnen Stücke in der Hand, die jeweils mit einer dünnen Mambran umgeben sind. Dies könnte eine äußere Faszie darstellen. Wenn Du diese Membran um das Fruchtfleisch entfernst, wirst Du entdecken, dass die kleinen Teile jedes einzelnen Stückes ebenfalls von einer festen Hülle umgeben sind. Dies könnte eine weitere Faszie veranschaulichen.

Hauchdünn bis millimeterdick umhüllen Faszien unsere Haut, Muskelfasern, Muskelbündel und Muskeln, Knochen, Nerven, Sehen und Organe. Je nach Literatur, können auch Bänder oder Sehnen als Faszien klassifiziert werden. Was bedeutet, dass man die Achillessehne als Faszie bezeichnen könnte. Ebenso haben unser Nervensystem und die Haut fasziale Strukturen. 

Du kannst Dir die Struktur einer Faszie in Form eines Gitternetzes vorstellen, was aus Kollagen, Elastin und Wasser besteht. Je nachdem wie hoch die einzelnen Anteile jeweils sind, entscheidet wie fest oder elastisch eine Faszie ist. 

Was können Faszien?

Je nachdem, wo die einzelne Faszie zu finden ist, hat sie unterschiedliche Funktionen. Sie bietet dem Organ zum Beispiel Form und Stabilität, aber auch Aufhängung. 

Faszien können gegeneinander gleiten. Sie haben Rezeptoren, mit denen sie einzelne Reize wahrnehmen und übers vegetative Nervensystem ans Gehirn weiterleiten. Faszien können also kommunizieren. Und Faszien können auch Wasser speichern.

Welche Probleme können Faszien verursachen?

Unter Streß können die Fasern des Nervensystems die Faszie anspannen lassen. Das macht die Faszie weniger elastisch und sie wird anfälliger für Krankheiten. 

Ein Beispiel dafür könnte der so genannte „Lower back Pain“ sein. Das sind die allseits bekannten Schmerzen im unteren Rücken, die durch die Torakolumbale Faszie ausgelöst werden können. 

Bewegungsmangel setzt den Wasseranteil in der Faszie herab. Das kann sie spröde werden lassen. Anfälligkeit zu Sehnenrissen, Achyllodenie oder Kalkablagerungen könnten die langfristige Folge von Bewegungsmangel sein. 

Fasziengewebe gesund erhalten

Keine Panik, Du kannst Dein Fasziengewebe mit Faszientraining bewusst gesund erhalten. Viele unterschiedliche Faktoren spielen bei der Gesundheit der Faszien eine Rolle. So wirkt sich eine basische Ernährung, viel Wasser trinken und reichlich Bewegung positiv auf deine Fasziengesundheit aus. 

Es gibt zudem einige Techniken mit denen man ganz gezielt die Faszien trainieren kann. Dazu gehören zum Beispiel Faszientechniken mit der Faszienrolle oder dem Faszienball, die Kipplerfalte, Schröpfen, Bindegewebsmassage, osteopathische Techniken und noch vieles mehr.

Ist Yoga Faszientraining? 

Wenn Du den Text aufmerksam gelesen hast, kannst Du Dir diese Frage klar mit einem Ja beantworten, denn beim Yoga werden gleich mehrere Aspekte angesprochen, die für die Fasziengesundheit wichtig sind. 

Asana (Körperübung)

Die regelmäßige körperliche Praxis beim Yoga, hält die faszialen Hüllen geschmeidig. Durch Informationen, die die Faszie ans Gehirn weiterleitet, weißt Du in welcher Stellung Dein Körper sich gerade befindet. Diese fasziale Kommunikation wird durch komplexe Bewegungsmuster, die in einigen Yogastilen geübt werden, trainiert.

Bandha (Verschlusstechnik)

Bei Techniken wie Uddhiana Bandha, bei der der Bauch sehr weit eingezogen wird, müssen Organe weichen. Das heißt die Mobilität der Organe im Bauchraum wird „trainiert“. Und ein Organ, was mobil ist, ist weniger krankheitsanfällig. Das passiert übrigens auch, wenn Du Körperstellungen einnimmst bei denen Organe ihre Position verändern müssen, zum Beispiel bei einer Drehung des Oberkörpers oder einer Yogaposition, in der z.B. ein Körperteil in den Bauchraum drückt. 

Pranayama (Atemtechnik)

Übersäuerung kann durch körperliche Überlastung, durch Streß, säurehaltige Ernährung, zu wenig Sauerstoffzufuhr oder auch zu wenig Wasser entstehen. Wenn wir Yoga üben, reduzieren wir Streß. Beim Üben von unterschiedlichen Atemtechniken oder einem gleichmäßigen Ujjayi Atem während der Yogapraxis versorgen wir unseren Körper mit Sauerstoff und verhindern eine Übersäuerung.

Im Umkehrschluß können Faszien Einfluß auf Deine Flexibilität haben. Die Faszie hat eine Grundbeweglichkeit. Je nach Zustand der Faszie kann sie Deine Beweglichkeit zum Beispiel durch Übersäuerung, Wassermangel oder Streß einschränken.  

Man könnte sagen, dass allein durch den stressreduzierenden Faktor beim Yoga, jeder Yogastil als „Faszienyoga“ bezeichnet werden könnte. Also immer schön in Bewegung bleiben! 

Licht und Liebe
Namaste
Diana