Ich finde die Zeit zwischen den Jahren magisch. Es wird ruhig und doch herrscht ein tummeliges Gewusel. Die Energien der Natur ziehen sich in den Mutterschoß der Erde zurück und die Luft wird kalt und klar. Im Dezember blicke ich nach innen, besinne mich auf meine Wurzeln und das wesentliche in meinem Leben.

Bild: https://www.urte-sturm-photography.de, Instagram: @urtesturm

Ich frage mich, wie ich das Weihnachtsfest mit meinen Lieben begehen möchte, mit wem ich zusammen sein möchte, bei wem ich mich für das letzte Jahr bedanken möchte u.s.w. Ich habe jedes Jahr im letzten Monat eine volle To-Do-Liste, die bis Weihnachten abgearbeitet werden möchte. Und ich denke, damit bin ich nicht allein.

Ich liebe die Rauhnächte. Sie beginnen Weihnachten und enden mit der Nacht zum Dreikönigstag am 6. Januar. Es sind die mystischen zwölf Nächte, die übrig bleiben, wenn man das Sonnenjahr und das Mondjahr vergleicht. Diese Zwischenzeit gilt als Brücke zwischen Diesseits und Jenseits. Sie steht für Abschied und Anfang. Man sagt, man kann in dieser Zeit Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen, Tiere sprechen hören und allerhand andere misteriöse Dinge, die man glauben kann, wenn man möchte.  

Es ranken jede Menge Rituale und Regeln um die Rauhnächte. Einige davon sollte man laut Aberglauben während der Rauhnächte dringend einhalten, um mit guter Energie das nächste Jahr zu beginnen! Viele davon praktizieren wir noch heute bewusst und unbewusst. Ich denke an das intuitive Ausmisten und Aufräumen, die traditionellen Räuchermännchen und natürlich den Weihnachtsbaum. Wusstest du, dass die alten Germanen Tannenzweige zur Wintersonnenwende vor ihren Häusern platziert haben, weil sie ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft waren? In nördlichen Gebieten hat man sie ins Haus gehängt um Böse Geister am Eindringen zu hindern. Auch Silvester gehört zu diesen Bräuchen. Wir umgeben uns mit unseren Lieben um den Übergang ins neue Jahr zu feiern. Gemeinsam vertreiben wir mit Knallern und Böllern die bösen Geister. 

Um die heilige Zeit in vollen Zügen genießen zu können, bereite ich mich darauf vor. Ich miste meist vor Weihnachten aus, räume auf und putze alles blitze blank für das Fest der Liebe, denn Unordnung und Dreck sollen Krankheit und dunkle Gefühlsempfindungen anziehen. UND ab Heilig Abend lege ich sowieso die Füße hoch und das sollte man laut Aberglauben auch. Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag soll man die Arbeit ruhen lassen! 

Auch wasche ich zwischen den Jahren keine Wäsche, da diese Tätigkeit ebenso zu den Unglücksbringern gehört. Früher hatte diese Regel sicher praktische Gründe, denn es wurde in den Rauhnächten (oder Rauchnächten) viel geräuchert. Wer möchte schon Rauchgeruch in seiner frisch gewaschenen Wäsche?

Es gibt für die Rauhnächte wunderschöne Rituale, die nur darauf warten von dir entdeckt zu werden. Ich persönlich begnüge mich mit Räuchern und Orakelkarten ziehen an Silvester. Ich habe auch davon gelesen, dass man um Mitternacht an eine Kreuzung gehen soll um Beobachtungen zu machen, die Aufschluss über zukünftige Ereignisse geben könnten. Allerdings läuft es mir bei dem Gedanken daran schon eiskalt den Rücken herunter. Nichts für mich! So kann jeder für sich seine persönlichen Rituale ausprobieren und umsetzen.

Du könntest zum Beispiel am Abend bei Kerzenschein deinen Tag mit den wichtigsten Ereignissen Revue passieren lassen und diese in einem Rauhnacht-Tagebuch notieren. Auch Traumerinnerungen oder das Gefühl nach dem Erwachen, kann man in dieses Tagebuch schreiben. Denn man sagt Träume in dieser Zeit haben für das kommende Jahr eine besondere Bedeutung. Jede der zwölf Rauhnächte kann einem Monat im neuen Jahr zugeschrieben werden. So gibt der Traum der jeweiligen Nacht die Möglichkeit für die Monate des kommenden Jahres die Zukunft zu deuten. Was tust du traditionell „Zwischen den Jahren“? Ich freue mich über Kommentare und Anregungen!

Ich schaue zurück und gleichzeitig nach vorn. In den Nächten zwischen den Zeiten kann ich Bilanz ziehen, mein Leben reflektieren und mich neu Ausrichten. „13 Wünsche für das neue Jahr“ ist ein eher neuer Brauch, der mir sehr gut gefällt. Vielleicht inspiriert er auch dich, die Rauhnächte bewusst und aktiv zu feiern. 

Folgende Dinge benötigst du: 

  • Zettel, Stift, ein Säckchen oder Gefäß für die Wuschzettel
  • Streichholz oder Feuerzeug und ein feuerfestes Gefäß
  • Wenn du magst Räucherwerk z.B. Weihrauch

Höre in dich hinein und bringe dreizehn Wünsche für dein neues Jahr zu Papier.

Damit deine Wünsche in Erfüllung gehen, solltest du ein paar Regeln beachten. Formuliere deine dreizehn Wünsche am besten in der Gegenwartsform. Zum Beispiel „Ich bin glücklich.“ Nicht: „ich möchte glücklich werden“. Beginne deinen Wunsch am besten mit „Ich bin ….“ und formuliere positiv. Also verwende kein „nicht“. Limitierungen, also Wörter wie „nur, weniger, wenigstens, usw.“ solltest du ebenso vermeiden. Je kürzer du deine Wünsche formulierst, desto Wirksamer sind sie! Aber bitte sei trotzdem präzise!

Wünsche nur für dich selbst, nicht für andere! Das aller wichtigste: Glaube daran, dass deine Wünsche erfüllt werden! 

Schreibe jeden Wunsch auf einen Zettel und falte ihn klein zusammen. Bewahre die Wunschzettel in einem Säckchen oder einem anderen Gefäß auf.

In der Weihnachtsnacht vom 25. Dezember gern zur Geisterstunde, oder kurz bevor du ins Bett gehst, beginnst du deine erste Rauhnachtzermemonie. Nimm dir deine vorbereiteten Gegenstände (Gefäß mit den Wunschzetteln, Feuer, feuerfestes Gefäß, ggf. Räucherwerk oder was du sonst noch brauchst). Gehe allein nach draußen und genieße die Magie der Rauhnacht. Nimm wahr, was zu sehen ist. Den wunderschönen Sternenhimmel und den Mond über dir. Genieße die Stille oder nimm wahr ob etwas zu hören ist. Atme die klare Winterluft ein, Nimm einige tiefe bewusste Atemzüge. Gönn dir Zeit mit dir selbst. Gern kannst du währenddessen Räucherwerk entzünden, oder andere Ideen umsetzen. 

Wenn du soweit bist, ziehe einen deiner Wunschzettel aus dem Gefäß. Übergib die Erfüllung deines Wunsches an das Universum, indem du deinen Wunsch verbrennst. Schau zu, wie der Wunschzettel in Flammen aufgeht und zu Asche zerfällt. Zuletzt verstreue die Asche und bedanke dich beim Universum für die Erfüllung deines Wunsches.

Wiederhole diese Zeremonie in jeder einzelnen Rauhnacht bis zur Nacht vom 5. Januar auf den  Dreikönigstag. In dieser Nacht befinden sich nur noch zwei Wunschzettel in deinem Gefäß. Nimm einen heraus und begehe dein gewohntes Ritual. 

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Den übrig gebliebenen Wunschzettel darfst du entfalten und den Wunsch darauf lesen. Diesen einen Wunsch erfüllst du dir im nächsten Jahr selbst.  

Ich begehe dieses Jahr die Rauhnächte zum sechsten Mal ganz bewusst. Es hilft mir Klarheit zu finden, in dem was jetzt ist und was ich mir für die Zukunft wünsche. Altes hinter mir zu lassen und mich auf neues zu fokussieren. Und es fällt mir tatsächlich immer noch nicht leicht die Wünsche klar zu formulieren. Doch es wird jedes Jahr ein bisschen einfacher. 

Ich freue mich, wenn ich dich inspirieren konnte. In diesem Sinne wünsche ich dir eine besinnliche Weihnachtszeit und einen magischen Übergang ins neue Jahr. 

Licht und Liebe

Namaste

Diana